Hitze

110

Heiß her ging es am vergangenen Wochenende auf den Tennisplätzen in der Region –  Schuld waren (nicht nur) die außerordentlich hohen Temperaturen. Hitzig ging es vor allem auch neben den Plätzen bzw. schon im Vorfeld zu, denn der Badische Tennisverband (BTV) hatte zunächst eine Empfehlung zum Spiel bei Hitze ausgegeben und für den Einzelfall einvernehmliche Spielverlegungen angeregt, dann aber kurzfristig die einseitige Spielabsage durch nur eine Mannschaft ermöglicht, von der eine Vielzahl von Mannschaften im Kinder- und Jugendbereich, bei den Aktiven und in den Altersklassen Gebrauch gemacht haben. Tatsächlich war es auf den Plätzen am Wochenende dann auch eher ruhig, abgesehen von einigen Mannschaften, die aufgrund der freien Platzkapazitäten ihre Spiele in die frühen Morgenstunden verlegen konnten. „Die Probleme, die durch flächendeckende Spielverlegungen entstehen, werden sich erst in den nächsten Wochen zeigen“, gibt der langjährige Oberligaspieler und Ketscher Breitensportwart Norbert Urbanek einen Blick hinter die Kulissen: „Oftmals sind die kommenden Wochenenden bereits mit Spielterminen belegt, so dass das verlegte Spiel erst spät im Juli durchgeführt werden kann. Aber die Spieler haben für diese – nach bisherigem Spielplan ja eigentlich freie Zeit – vielleicht schon einen Urlaub gebucht oder andere Termine; und manche Mannschaften sind personell recht „eng gestrickt“, so dass ihnen Spieler fehlen werden.“

Was andererseits bei bestem Einvernehmen der Mannschaften über die Spieldurchführung möglich ist, wie es aber dann doch zu Schwierigkeiten kommen kann, dafür gaben am vergangenen Wochenende die Ketscher Damen 40 ein instruktives Beispiel: Eigentlich hatten die Damen 40 ein Auswärtsspiel um 14:00 Uhr beim TC Neckar Ilvesheim. Da aber Ketsch die deutlich grünere und schattigere Anlage hat und zudem Plätze frei waren, wurden die ersten vier Einzel (entsprechend der Verfügbarkeit der Spielerinnen) kurzerhand auf 08:00 Uhr vor- und nach Ketsch verlegt. Die weiteren zwei Einzel und die anschließenden Doppel sollten am frühen Abend auf der Anlage in Ilvesheim gespielt werden. Äußerst erfolgreich starteten Anke Elischer, Caroline Knapp, Kosima Schöfl und Claire Groß-Hemmerich in Ketsch in diesen Spieltag. Am Abend, bei allerdings noch immer extremen Temperaturen, konnte Linda Roßrucker ihr spielerisches Potential gar nicht richtig entfalten, da ihre Gegnerin ob der für sie schwierigen äußeren Bedingungen schon sehr bald aufgeben musste. Ganz anders bei Susanne-Ute Schäfer, deren Gegnerin Anke Lentini sich von den hohen Temperaturen völlig unbeeindruckt zeigte. Das Ergebnis mit 6:2, 3:6, 10:8 (aus Ketscher Sicht) und eine Match-Dauer von weit über zwei Stunden zeigt, dass Schäfer hier an ihre körperlichen Grenzen und darüber hinaus gehen musste. „Eine wirklich beeindruckende Leistung!“, so Urbanek. „Schade, dass ich wegen anderer Termine nicht in Ilvesheim dabei sein konnte; aber beim nächsten Spiel von Susanne-Ute Schäfer sitze ich natürlich als Unterstützer mit in der Box.“

Einen beeindruckenden Sieg unter schwierigsten äußeren Bedingungen erkämpften sich die Ketscher Damen 40 um Mannschaftsführerin Anke Elischer (3. v. re.) gegen den TC Neckar-Ilvesheim. – Foto: TC Ketsch
Vorheriger ArtikelTalentschmiede
Nächster Artikel8. Ketscher Beachtennis-Open